ANHALT SPORT TRIFFT LEGENDEN

Seit 2017 gibt es das Format "Anhalt Sport trifft Legenden". Dabei erzählen aktive oder ehemalige Sportstars und Sportler-Persönlichkeiten aus Deutschland spanmnende, witzige und unterhaltsame Anekdoten aus ihren Karrieren. In geplanten 90 Minuten können die Gäste auch eigenen Fragen stellen und in einem wunderbaren, charmanten und familiären Ambiente mit entspannter Atmosphäre gibt es die Möglichkeit einer echten Legende oder dem eigenen Idol ganz nah zu sein, ein Autogramm und ein gmeinsames Bild zu sichern. Während des Talks kann man entspannt Speisen und Getränke genießen.

UNSERE BISHERIGEN GÄSTE

Hans Meyer & Ede Geyer
Ede Geyer und Hans Meyer in Dessau

Legenden: Hans Meyer und Ede Geyer

28. März 2017  I  Autohaus peter  I  450 Gäste

Sie sind lebende Trainerlegenden - und noch immer gern gesehene Gäste. Für ihre lustige, manchmal auch schnoddrige Art und Weise werden sie noch heute geliebt und geschätzt. Denn eine Sache verbindet Hans Meyer und Eduard „Ede“ Geyer: ihr hoher Fußballsachverstand. Den haben sie bei ihren verschiedenen Trainerstationen in der DDR-Oberliga, der Bundesliga oder bei ihren Engagements unter Beweis gestellt.

Legendär sind ihre noch heute im Internet zu finden Sprüche auf Pressekonferenzen oder Interviews nach den Spielen. Am 28. März waren beide in Dessau zu Gast. Unter dem Dach der Ausstellungshalle des Peter Autozentrum Anhalt im Gewerbegebiet West haben sich die beiden ehemaligen Fußballtrainer von ihrer bekannten Seite präsentiert.

„Meyer trifft Geyer“ hieß kurz und griffig die erste Ausgabe des Fußball-Talks, an dem sich diese zwei Legenden des Rasensports beteiligten. Moderiert wurde die zweistündige Veranstaltung vom MDR-Fußball-Experten Gerd Zimmermann. Initiator dieser Talkrunde war der Verein Anhalt Sport.

Jens Weißflog
Jens Weißflog in Dessau

Legende: Jens Weißflog

10. Oktober 2017 I NH Hotel Dessau I 120 Gäste

Jens Weißflog ist die zentrale Figur dieser unterhaltsamen Flugreise durch deutsch-deutsche Skisprunggeschichte. Denn "Der Floh vom Fichtelberg" ist ohne Zweifel als Sportlegende unerreicht. Er revolutionierte das Skispringen in Ost und West, gewann in zwei verschiedenen Stilen jeweils olympisches Gold. Als Jens Weißflog 1996 seine aktive sportliche Karriere an den Nagel hängt, kann er neben drei olympischen Goldmedaillen 33 Weltcuperfolge verzeichnen, auf zwei Weltmeistertitel zurückblicken, geht als erster viermaliger Gesamtsieger der Vierschanzentournee in die Geschichte ein – und bleibt doch immer bodenständig.

Das aufgeweckte und humorvolle Leichtgewicht Jens Weißflog wächst im sächsischen Pöhla auf, hat Ballettambitionen und einen Putzfimmel und will zunächst Tierarzt werden. Doch dann baut der Knirps im Vorschulalter seine erste Schanze und spielt Tournee – der kleine Beginn einer großen Karriere. Schon mit 14 feiert das ehrgeizige Temperamentsbündel aus dem Erzgebirge mehr Siege als Niederlagen und sieht seinen ersten Olympiasieg 1984 selbstbewusst voraus. Zehn Jahre später gelingt ihm unter gesamtdeutscher Flagge dieses Kunststück erneut – diesmal nicht im Parallel-, sondern im V-Stil.

Abgehoben ist der Überflieger nie, was seine Fans bis heute besonders an ihm schätzen. Nach wie vor ist der Vater von vier Kindern aus drei Beziehungen als Hotelier und CDU-Stadtrat in Oberwiesenthal eine Ikone zum Anfassen und für jeden Spaß zu haben. So sympathisch und in bester Plauderlaune zeigte sich Weißflog am Abend in Dessau und alle Gäste fühlten sich auf eine Zeitreise mitgenommen und kamen aus dem Lachen garnicht mehr heraus.

 

Heike Drechsler

Legende: Heike Drechsler

10. April 2018 I Radisson Blu Hotel Fürst Leopold I 100 Gäste

Die Bauhausstadt durfte sich ganz besonders freuen. Ein Kapitel beim Anhalt-Meeting hat Heike Drechsler geschrieben. Die zweifache Olympiasiegerin hat sage und schreibe 30 Medaillen bei Olympiaden, Welt- und Europameisterschaften ersprungen. Außerdem ist sie auch Vize-Weltmeisterin und Europameisterin über die 200 Meter im Sprint. Eine sehr ungewöhnliche Kombination. Doch nachdem sie sich auf Weitsprung spezialisiert hat, war 2000 ihr Jahr. Nachdem Sie in Dessau mit der Fabelweite und dem Rekord von 6,77 Meter den Sieg erlang, sollte ihr ein paar Monate später der ganz große Coup gelingen. In Sydney erlangte sie eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. „Dessau war also ein Meilenstein auf dem Weg zu Gold“, sagt Ralph Hirsch, Sportdirektor von Anhalt Sport.

Über dieses Erlebnis und die guten Erinnerungen an Dessau sowie über viele weitere spannende und interessante Themen hat die in Gera geborene Sportlerin in der Auflage von „Anhalt Sport trifft Legenden“ gesprochen.

Ralph Hirsch: „Wir haben interessante Sachen von ihr gehört, auch von der Kehrseite einer erfolgreichen Sportkarriere.“

Henry Maske
Henry Maske in Dessau

Legende: Henry Maske

4. Oktober 2018 I Autohaus peter Dessau I 350 Gäste

Er holte alle Titel, die es im Amateur- und Profiboxen gab und gibt. Elf Jahre nach seinem einzigen Comeback-Kampf gegen Widersacher Virgil Hill (USA), der einzigen Niederlage als Profi und dem endgültigen Karriereende betrat der Gentleman des deutschen Boxsports – Henry Maske – am 4. Oktober den Talk-Ring in unserem Dessauer Mercedes-Autohaus. Und selbst diesmal verließ er ihn als Sieger – als Sieger der Herzen. Denn Henry Maske hatte alle Fragen der rund 300 Gäste beantwortet, hunderte Autogramme geschrieben und für ebenso viele Fotos mit seinen Fans in die Kameras und Handys gelächelt.

Zum 2. Mal hatten das Autohaus peter in der Reihe „Anhalt-Sport trifft Legenden“ einen Spitzensportler zu Gast. Und einmal mehr hatte sich der Schauraum bis fast auf den letzten Platz gefüllt. Alle wollten den Mann sehen, der als Amateur und als Profi Boxgeschichte schrieb: Sir Henry Maske.

Obwohl nichts und niemand den 1,90 Meter-Mann so leicht aus der Fassung bringen kann, zeigte er sich am Donnerstagabend sehr betroffen über den plötzlichen Tod seines einstigen Ringgegners Graciano „Rocci“ Rocciciani, der drei Tage zuvor bei einem Verkehrsunfall auf Sizilien als Fußgänger tragisch ums Leben gekommen war. Immer wieder kam er im Dialog mit Sportreporter Eik Galley auf den 54-Jährigen Ex-Berliner zu sprechen, gegen den er zweimal gekämpft hatte.

Auch wenn der erste Sieg vom 27. Mai 1995 in Dortmund als umstritten galt, so war der zweite vom 14. Oktober in München ein klares Statement für Maskes Boxkunst. Verbal verneigte sich Henry Maske am Donnerstag vor Graciano Rocciciani und würdigte dessen sportliche Leistungen. Mit 41 Siegen, 6 Niederlagen und 1 Unentschieden hat sich „Rocci“ für immer in die Sport-Geschichtsbücher eingeschrieben.

Noch umfangreicher ist die Erfolgsbilanz von Henry Maske, dem gebürtigen Treuenbrietzener, der als Siebenjähriger seinen ersten Boxkampf bestritt. Der Rechtsausleger, der in Trainer und Amateurweltmeister Manfred Wolke seinen langjährigen „Lehrmeister“ hatte, holte als Amateur alle Siege, die es zu holen gab. 163 von 181 Kämpfen beendete er als Sieger. Er wurde Weltcupsieger (1985), Olympiasieger (1988) und Weltmeister (1989) der Amateure, bevor er im März 1990 erstmals als Profi in den Boxring stieg.


Auch hier setzte er seine Siegesserie fort. Erstmals am 9. Mai in London. Insgesamt bestritt Maske als Profi 32 Kämpfe, gewann 31 (elf davon mit k.o.) und unterlag nur ein einziges Mal: am 23. November 1996 gegen Virgil Hill (USA).

Der Wunsch nach Wiedergutmachung ließ ihn nicht los, trieb ihn zehn Jahre lang. Bis es am 31. März 2007 zum erneuten Fight gegen Hill kam. Und das, was drei Viertel aller Befragten niemals für möglich gehalten hätten, passierte: Der Gentleman machte nun als 42-Jähriger seine Niederlage vom November 1996 beim einzigen Comeback-Kampf mit einem Sieg wieder gut und stieg erhobenen Hauptes aus dem Ring. Für immer.

„Es gewinnt nicht derjenige, der die meisten Treffer landet, sondern derjenige, der die wenigsten Treffer abbekommt.“ – Nach dieser Wolke-Maxime hatte Henry Maske seinen Boxstil entwickelt und geprägt. Nicht bei allen stießen das elegante Boxen und das strategische Herangehen auf Begeisterung. Viele wünschten sich heftige aktionsgeladene Fights. Doch Henry Maske trug seine Kämpfe mit Intelligenz und Weitsicht aus – ob im Ring oder außerhalb. So verwunderte es nicht, dass er der Großmäuligkeit seiner Gegner mit einem einzigen Satz begegnete: „Ich werde die Antwort im Ring geben.“

Der Erfolg gab ihm Recht. Heute setzt Henry Maske sein Wissen und seine Erfahrungen als Motivationsredner ein. Er begeistert, beflügelt, reißt die Menschen mit. Wie auch an jenem Donnerstag im Dessauer Autohaus, wo ihn alle Gäste das fragen konnten, was sie schon immer einmal wissen wollten. - Danke, Sir Henry, für die vielen interessanten Antworten!

Quelle: Autohaus peter

Ulli Wegner
Ulli Wegner in Dessau

Legende: Ulli Wegner

23. Mai 2019 I Radisson Blu Hotel Fürst Leopold I 100 Gäste

Wie „Anhalt Sport“ angekündigt hat, war am 23. Mai mit Ulrich „Ulli“ Wegner einer der erfolgreichsten Box-Trainer aller Zeiten nach Dessau gekommen. Es war die fünfte Auflage vom Format „Anhalt Sport trifft Legenden“. Ralph Hirsch betonte: „Das kommt gut an.“ Die 77-jährige Ikone Wegner erzählte im „Radisson Blu“-Hotel aus seinem Leben und vom Boxen. „Es war hochinteressant“, sagte Ralph Hirsch.

Die Geschichte, wie Wegner nach Dessau gelotst wurde, hat auch eine Kuriosität zu bieten. Nach Gesprächen bei der SES-Box-Gala im November in der Anhalt-Arena zwischen Hirsch und dem Weltmeister-Trainer, der Profis wie Sven Ottke und Arthur Abraham zu vielen Titeln gecoacht hat, wurde der Kontakt vor kurzem erneuert - samt eines kleinen Fauxpas. „Als ich Ulli Wegner zehn Uhr morgens angerufen habe, war er mit seiner Frau in Las Vegas - da war es noch Nacht, so dass ich sie geweckt habe“, erzählte Hirsch und lachte. „Aber noch in diesem Gespräch haben wir die Details besprochen.“

Dessau ist für Ulli Wegner übrigens auch kein unbekanntes Terrain. Seine Ehefrau stammt aus der Bauhausstadt, und hier haben sich beide 1985 auch das Ja-Wort gegeben - samt einer kuriosen Geschichte, die er am 23. Mai erzählte. Durch den Abend führte mit Daniel Kemp der Vorsitzende der Mukoviszidose-Stiftung führen. Sowohl Ulli Wegner als auch „Anhalt Sport“ hatten außerdem angekündigt, im Rahmen der Talk-Veranstaltung für die Stiftung zu spenden - und hielten dieses Versprechen.

 

Jürgen Croy & Bernd Stange
Jürgen Croy und Bernd Stange in Dessau

Legenden: Jürgen Croy & Bernd Stange

28. Oktober 2019 I Radisson Blu Hotel Fürst Leopold I 110 Gäste

Für den letzten großen Lacher sorgte Jürgen Croy. Als Bernd Stange gegen Ende der Veranstaltung „Anhalt Sport trifft Legenden“ am Montagabend von Kultreporter und Moderator Gert Zimmermann gefragt wurde, aus welchem Land das letzte Jobangebot kam, erzählte der Fußballtrainer und Globetrotter - er war Coach in neun Ländern -, dass zuletzt Clubs aus Zypern angerufen hätten. Aber auch, dass seine Karriere nach dem Aus als Nationalcoach Syriens im Januar zu Ende sei. „Bei mir“, grätschte Croy dazwischen, „melden sich nur Hotels vom Gardasee, wann ich mal wieder in den Urlaub komme.“

Über zwei Stunden haben die beiden Fußball-Legenden aus der DDR, Trainer Stange und Nationalkeeper Croy, am Montagabend im „Radisson Blu“ in Dessau für Unterhaltung gesorgt. Sie haben kritisch über den heutigen Fußball mit allen technischen Neuerungen gesprochen (Croy: „Es ist ganz schlimm, das nimmt viel Stimmung raus.“), vor allem aber Anekdoten erzählt - lustige und ernste. Die MZ hat die besten Geschichten gesammelt.

Das geschichtsträchtigste Spiel in der Karriere von Jürgen Cory war das deutsch-deutsche Duell bei der WM 1974, das Croy und die DDR mit 1:0 gewannen. Der frühere Weltklasse-Keeper erinnert sich aber gerne an den Abend. Croy und zwei weitere Spieler büxten aus der Unterkunft des DDR-Teams in Hamburg aus und erkundeten St. Pauli.

„Dort sind wir in einer Eckkneipe hängengeblieben, wo es als Spezialität Zitronenlikör gab“, erzählte er. Als sich das Trio am nächsten Morgen über die Terrasse wieder in die Unterkunft schlich, kamen einige Funktionäre raus. „Sie sagten: ,Na, ihr könnt nach dem Spiel wohl auch nicht schlafen?’“

Im Juli 1991 hat Bernd Stange das Traineramt bei Hertha BSC Berlin übernommen und zufällig einen Spieler gekauft, der bis dato noch unbekannt war: Mario Basler. Eigentlich beobachtete Stange einen anderen Mann von Rot-Weiß Essen, dann fiel ihm Basler auf. Was den Coach irritierte: „Alle in Essen haben zu mir gesagt: ,Den kannst du für schmales Geld gleich mitnehmen. Das ist ein toller Fußballer, aber der hat eine Meise.’“ Bernd Stange war sich sicher, Basler hinzubiegen. „Heute muss ich sagen: Ich habe es nicht geschafft. Ich bin auch aufgrund von Mario in Berlin gescheitert.“ Über Baslers Leben als Profi gibt es viele Geschichten. Stange verriet: „Der hat wirklich gesoffen.“

Wenn Jürgen Croy mit dem DDR-Nationalteam unterwegs war, bekamen die Spieler ein „Tagegeld“ vom Verband. Zehn Mark in Landeswährung seien das gewesen. Da die Kicker aber auch etwas für ihre Familien mitbringen wollten, haben sie ihre Kasse eigenständig aufgebessert, wie Croy erzählte: „Wir haben von zu Hause Schnaps mitgenommen und den an Tankstellen für umgerechnet zehn Mark verkauft. Das ging vor allem in Skandinavien gut.“

Seine erfolgreichste Zeit im Ausland hatte Stange bei Perth Glory in Australien, wo er Vizemeister und Fanliebling wurde. Als er zum ersten Gespräch dort war, wurde er vom Vereinschef, Besitzer einer Hühnchen-Restaurantkette, in ein Haus am Meer eingeladen. „Er hat zu mir gesagt: ,Wenn du unterschreibst, lebst du hier’“, erzählte Stange, „ich habe sofort meine Frau angerufen und gesagt: ,Wir gehen nach Australien.’“ Bei der Unterschrift bekam Stange noch ein schweres Kuvert. „Ich dachte: Bernd, hier bist du richtig.“ Jedoch war kein finanzieller Bonus drin, sondern es waren massig Gutscheine für das Hühnchen-Restaurant.

Wie schnell sich Zeiten ändern, hat Jürgen Croy 1990 mitbekommen. Als Prämie für die WM 1974 samt des Sieges über die BRD bekamen der Torhüter und Co. damals 8.000 Mark. Als er 16 Jahre später zu einer Talkshow mit Managerikone Reiner Calmund und Trainer Erich Ribbeck in einem Ort im Schwarzwald eingeladen wurde, buchte er mit seiner Frau ein Hotel am Ortsrand: „Wir hatten ja keine Unmengen an Geld.“ Was Croy nicht wusste: Er sollte 10.000 Mark für den Auftritt erhalten. Auch ein Hotel war schon reserviert. „Da ist mir das Kinn runtergefallen, drei Stunden waren mehr wert als eine WM.“

2002 bis 2004 war Bernd Stange Nationaltrainer des Irak. Heute nennt er das sein „größtes Abenteuer“. Der Vertrag, noch zu Zeiten von Diktator Saddam Hussein abgeschlossen, wurde hierzulande kritisch gesehen. Und es gab ein Ende mit Schrecken. Als Stange kurz vor Olympia 2004 bei einem Trainingscamp in England von der dortigen Regierung - einem politischen Feind des Irak - Fußbälle als Geschenk annahm, drängte der Irak auf eine Trennung.

„Ich bekam sogar Morddrohungen.“ Stanges Erfahrungen in arabischen Ländern sollten aber besser werden. Auf seiner letzten Station, Syrien, trug er zum Bau eines Kunstrasenplatzes bei. „Die Kinder spielen da bis nachts, sie können mal all die Alltagssorgen und den Scheißkrieg vergessen.“

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung/Autor: Tobias Große

 

Francesco Friedrich
Francesco Friedrich in Dessau

Legende: Francesco Friedrich

23. Mai 2019 I Radisson Blu Hotel Fürst Leopold I 100 Gäste

Es gab bei dieser Veranstaltung ein Novum. Zum ersten Mal kam ein aktiver Weltklasseathlet, der in der Blüte seiner Karriere steckt und immer noch Rekorden und Medaillen hinterher eifert sowie in der nächsten Zeit Woche für Woche live bei den großen Wintersportereignissen zu sehen sein wird.

„Wir sind überaus froh, dass wir Francesco Friedrich in der unmittelbaren Vorbereitung auf die Wintersaison für einen Abend in Dessau begeistern und gewinnen konnten. Wir freuen uns sehr und sind gespannt, was er zu erzählen hat“, sagte Ralph Hirsch, der Sportdirektor von Anhalt Sport e. V.

Francesco Friedrich ist der Ausnahmeathlet im Bob-Sport. Er hat es mehrfach bewiesen. Einen Eintrag in die Geschichtsbücher hatte Friedrich schon 2013 sicher, er wurde mit 22 Jahren der jüngste Bob-Weltmeister aller Zeiten. Und sein damaliger Heim-Trainer Gerd Leopold stellte fest: "Franz ist ein Jahrhunderttalent. Er bringt alles mit, um über viele Jahre Bobgeschichte zu schreiben. Selbst Rückschläge steckt Francesco weg."

Er sollte Recht behalten. Seine Karriere begann Friedrich mit 16 Jahren. Danach gewann er so ziemlich alles, was es zu gewinnen gibt. Seit 2015 heißt der Weltmeister im Zweier-Bob: Francesco Friedrich. In der Saison 2016/17 holte er erstmals den Gesamtweltcup. Seit 2017 ist der 29-Jährige auch Dauersieger bei der WM im Viererbob. Spätestens mit seinen Doppelsiegen bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang 2018 avancierte er endgültig zum Superstar der Bob-Szene. Er ist Rekordweltmeister sowie Doppel-Olympiasieger im Zweierbob und im Viererbob 2018.

2020 hat sich Friedrich im Bob-Sport unsterblich gemacht: Nach seinem sechsten WM-Titel in Folge im Zweierbob sicherte sich der Sachse auch den dritten Titel nacheinander im Vierer-Bob. "Mich faszinieren Rekorde für die Ewigkeit", sagte er einmal, "ich möchte etwas erreichen, woran sich andere die Zähne ausbeißen." Das hat er nun geschafft. 2021 wurde er zum Rekord-Weltmeister.

Der gebürtige Pirnaer hat noch viel vor: Bei Olympia in Peking 2022 will er den "Doppelsieg von 2018 verteidigen" - auch danach soll noch nicht Schluss sein. "Wir können noch eins drauflegen", sagte Friedrich und will irgendwann André Langes Olympiabilanz einstellen: Lange ist mit viermal Gold- und einmal Silber der erfolgreichsten Bobpilot bei Olympischen Spielen.

Über seine Erfolge sowie weitere Ziele und wie er diese anging – immer noch motiviert zu bleiben - aber auch über Tiefschläge und wie er den Weg zum besten immer noch aktiven Bobfahrer gemeistert hat, hat der sympathische Sachsebei „Anhalt Sport trifft Legenden“ aus dem Nähkästchen geplaudert.

 

Boris Becker
Boris Becker in Dessau

Legende: Boris Becker

14. Oktober 2020 I Golfpark Dessau I 400 Gäste

Der ehemalige Tennis-Champion Boris Becker stand an diesem Mittwochabend bei der Veranstaltung „Anhalt Sport trifft Legenden“ in der Bauhausstadt Dessau seinen Mann. Der dreimalige Wimbledonsieger berichtete über sein Leben als Leistungssportler, seinen schlimmsten Gegner und seine Wehwehchen im Alter. Boris Becker ist Globetrotter. Leimen seine Heimat. London sein zu Hause. New York ein beliebtes Reiseziel. Next Stop war Dessau. Der sechsfache Tennis-Grand-Slam-Sieger sprach im Golfpark Dessau über sein Lebenswerk, er trat schlagfertig, gut gelaunt und mit Anekdoten vor Publikum auf, das sich begeistern ließ.

Mit drei Jahren schwang Becker erstmals den Schläger. Mit Talent gesegnet vergeigte er ausgerechnet die erste DTB-Sichtung. Doch schon mit 16 klingelten erste Agenten im Hause Becker. Nach dem Motto. „Was kostet ihr Sohn“, sollte der Kaderspieler unter Vertrag genommen werden. Das schmeckte den Eltern Elvira und Karl-Heinz nicht. Einzig sein langjähriger Coach und Manager Ion Tiriac schaffte es bis in Heiligtum der Beckerschen Küche und versprach auf den emotionalen Heißsporn Becker aufzupassen wie auf seinen eigenen Sohn.

Sein schlimmster Gegner sei er selbst gewesen. „Am Morgen im Spiegel. Ich war mein schlimmster Feind.“ Der Gegner auf dem Platz sei nur Teil des Spiels gewesen. Nach dem Karierende 1999 blieb Becker Teil des Tennis-Zirkus, ab 2013 coachte er Novak Djokovic. „Ich bin verdammt ehrlich, auch als Trainer. Das hat mich selbst weitergebracht.“ Und seinen Schützling. Den führte er zu sechs Grand-Slam-Siegen. Nach drei Jahren war es an der Zeit weiterzuziehen. „Das Buch war zu Ende gelesen“, kommentiert Becker heute. Beide stehen nach wie vor in Kontakt, respektieren und mögen sich.

Mitunter ist es heute etwas ruhiger um den Tennis-Champion, wären da nicht die wiederkehrenden Schlagzeilen um seine finanzielle Situation. Er selbst meint: „Im Alter wird es weniger hektisch und öffentlich.“ Wenn er nicht bei Eurosport die Grand-Slams als Experte kommentiert, widmet er sich seiner Stiftung Laureus Sport for Good, die sportliche Sozialprojekte fördert. Seine Hauptaufgabe seien aber seine vier Kinder. Er sei stolz, in deren Leben eingebunden zu sein.

Wie steht es um (körperliche) Leiden des nicht mehr ganz so jungen Becker? „Ich bin noch absolut okay, kann alles noch.“ Allerdings sei er Hochleistungssportler und Einzelkämpfer gewesen, da bleiben „Kriegsverletzungen“ nicht aus. „Man zahlt einen hohen Preis. Als Tennisspieler musst du selber bis zum letzten Punkt kämpfen. Das geht nicht nur auf die Knochen, auch auf den Geist.“ Wäre er jetzt 17 – würde er gern noch mal so im Rampenlicht stehen? „Soll ich das Licht ausknipsen? Ja, ich möchte alles noch mal genauso haben.“

Quelle: Sportbuzzer.de

 

 

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